Chronik

Jägervereinigung Dinkelsbühl

Bis ins vorletzte Jahrhundert zurück führt eine Textstelle aus „Büchsenknall und Hundelaut – Jagen in Mainfranken“ herausgegeben 1989, anlässlich des 110-jährigen Bestehens der BJV-Kreisgruppe Würzburg. So steht dort auf der Seite 32 zu lesen:

„Die meisten der Jagdschutzvereine, die nach 1877 in Bayern gegründet wurden, schlossen sich dem ‚Bayerischen Jagdschutzverein’ in Nürnberg als ‚Zweigvereine’ an. Jagdschutz – Zweigvereine wurden 1877 gegründet in Amberg, Aschaffenburg, Bamberg, Bayreuth, Burglengenfeld, Dinkelsbühl, Ebrach, Eichstätt, usw.“

Demnach hätten sich bereits vor 131 Jahren Jäger aus der Stadt und dem Raum Dinkelsbühl freiwillig einem gemeinsamen Ziel verschrieben. Leider wissen wir nichts Genaueres, freuen uns aber trotzdem über die lange Tradition.

Wenn die Jägervereinigung Dinkelsbühl im Dezember 2009 ihr 60-jähriges Bestehen feiert, so kommt das alleine daher, weil im ersten Eintrag im Protokollbuch unter dem Datum 9.12.1949 davon berichtet wird, dass Jägersleute den Verein mit einer neuen Vorstandschaft ausgestattet haben.

Die Niederschrift vom Dezember 1949 gibt klar Auskunft darüber, dass die Geburtsstunde schon früher gewesen sein muss. Einladungen per Rundschreiben, Neuwahlen als Tagesordnungspunkt, Austritt aus dem Augsburger Verband, eine neue Satzung, die den Mitgliedern zur Genehmigung vorgelegt wurde und der Rücktritt des Vorsitzenden Ludwig Nürnberger können nur als sichere Indizien dafür verstanden werden, dass der Verein zu diesem Zeitpunkt bereits bestand und funktionierte.

Ein Artikel im „Wörnitzboten“ der von dieser Versammlung berichtet, gibt einen Hinweis darauf, dass die eigentliche Geburtsstunde 1948 gewesen sein könnte. Dort steht nämlich zu lesen, dass „dem Kreisvereinsvorsitzendem, Forstverwalter Nürnberger – Weiltingen (früher Dinkelsbühl), Dank und Anerkennung ausgesprochen wurde, für seine Verdienste um die Wiedergründung des Ortsvereins Dinkelsbühl – Wassertrüdingen und den Schutz des Wildes im letzten Jahre“.

Weitere, wichtige Auszüge aus dem Protokoll vom 9.12.1949 sind:
„Der Beitritt zum neu gegründeten Landesverband – Bayerischer – Jagdvereine e.V. München wurde gleichfalls mit überwältigender Mehrheit gutgeheißen.
Ohne Widerspruch wurde sodann beschlossen, die bisherigen Satzungen zu ändern, dieselbigen sodann den Vereinsmitgliedern zur Genehmigung vorzulegen und im Interesse der Vereinsmitglieder den Verein sofort im Vereinsregister eintragen zu lassen. 
Als letzter Punkt wurde nunmehr zur Neuwahl der Vorstandschaft geschritten. Der Vorsitzende des unteren Bezirks Herr Abel erklärte, dass er vorschlage, die Wahl für diesen Bezirk gelegentlich in Wassertrüdingen vorzunehmen. Ein Widerspruch erhob sich dagegen nicht. Herr Landrat Dr. Küsswetter machte Herrn Abel darauf aufmerksam, dass kein Zweifel darüber bestehen dürfe, dass im vorliegenden Fall nur ein Verein in Betracht komme und dass die Unterteilung in zwei Bezirke(n) eine interne Vereinsangelegenheit sei und nur aus Zweckmäßigkeitsgründen erfolgt.

Das Ergebnis der ersten Neuwahlen war:
Als Vorsitzender erhielt von 46 abgegebenen Stimmen Herr Regierungsrat Konrad  Lohmann / Dinkelsbühl  45 Stimmen; 1 Stimme Dr. Küsswetter.
Als Schriftführer erhielt von 46 abgegebenen Stimmen Herr Apotheker Wollstadt /  Dinkelsbühl 45 Stimmen; 1 Stimme Herr Fritz Grau / Dinkelsbühl
Als Rechnungsführer erhielt von 46 abgegebenen Stimmen Herr Kreisprüfer Krehn /  Dinkelsbühl 45 Stimmen; 1 Stimme Herr Fritz Grau / Dinkelsbühl
Die gewählten Herren nahmen die Wahl dankend an“.

Als im März 1950 Vertreter der Jägerschaft für den Jagdbeirat am Landratsamt benannt werden mussten, erhielten Karl Wiesinger aus Dinkelsbühl und Fritz Abel aus Wassertrüdingen fast einstimmige Ergebnisse. Bei den Wahlen vom Dezember 1950 wurde Herr Fritz Abel mit nur einer Gegenstimme zum neuen zweiten Vorsitzenden gewählt.

Im Protokoll einer Mitgliederversammlung vom März 1952 steht überraschend ein Hinweis auf ein „Auseinanderleben“ der beiden Bezirke: „…. die Versammlung war, vor allen Dingen von den Mitgliedern des unteren Bezirks, schlecht besucht.“ Im Juni 1952 wird dann mit Karl Wiesinger erstmals ein Mitglied aus dem oberen Bezirk als zweiter Vorsitzender gewählt. Die beginnende organisatorische Trennung in zwei selbständige Vereine zeichnete sich damit immer deutlicher ab.

In der „Geschichte des Jägervereines Wassertrüdingen und Umgebung e.V.“ aus dem Jahr 1998 wird dargestellt, dass am 29. Januar 1950 der „alte Verein“ zu Grabe getragen und sofort ein neuer „Jägerverein Wassertrüdingen und Umgebung e.V.“ gegründet wurde.

Endgültig vollzogen war die Trennung mit Sicherheit im Frühjahr 1954, denn einerseits sagen unsere Protokolle nichts mehr über Mitglieder des unteren Bezirks aus und andrererseits existiert ein Bericht aus einer Generalversammlung des Jägervereins Wassertrüdingen vom 6. April 1954.

Die Vorsitzenden der Jägervereinigung Dinkelsbühl waren:

Ludwig Nürnberger

 

Ludwig Nürnberger

1948? – 1949

Revierförster
     

 

 

 

 

 

 

 

Konrad Lohmann

1949  – 1950

Regierungsrat
     

 Heinrich Schabert

 

Heinrich Schabert

1950  – 1958

Fabrikant
     

 Ludwig Noll

 

Ludwig Noll

1958  – 1959

Kfz-Meister
     

 Alfons Wollstadt

 

Alfons Wollstadt 
Ehrenvorsitzender

1959  – 1978

Apotheker
     

 Ernst Schneider

 

Ernst Schneider Ehrenvorsitzender

1978  – 1986

Forstdirektor
     

 Jürgen Weißmann

 

Jürgen Weißmann

Ehrenvorsitzender

1986 – 2013

 Rektor  
Jürgen Weißmann ist seit April 1998 Präsident der BJV – Regierungsbezirksgruppe Mittelfranken und somit auch Präsidiumsmitglied des Landesjagdverbandes Bayern e.V.       
 

Werner Ahamer

2013 – heute

Selbständiger Handelsvertreter